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Keine Gefangenen

Einige Leute denken, Fußball sei eine Sache auf Leben und Tod. Ich mag diese Haltung nicht. Ich kann denen versichern, dass es viel ernster ist als das.

lautet das sicherlich bekannteste Zitat von Bill Shankly (Liverpool F.C. – 1973).

Und ein Redakteur des VfL Bochum hatte dieses wohl gründlich verinnerlicht, als in Nachbetragung der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt folgendes in den Spielbericht auf der Vereinswebsite schrieb:

Vor dem Kasten macht die Eintracht derzeit keine Gefangenen.

Die Zeiten scheinen härter zu werden.

Pullern kann tödlich sein

[Vorwort: Ich bin mehrfach gebeten worden, den unter dieser Überschrift stehenden Eintrag zu löschen, da der erwähnte Tote ein Bekannter und/oder Freund von uns war. Die Entscheidung, von einer Löschung dennoch abzusehen ist mir sicher nicht leicht gefallen. Jeden, der mir deswegen Pietät- oder Geschmacklosigkeit vorwirft, kann ich verstehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine Äußerung, auch eine solche am Rande des Erträglichen, nicht davon abhängen darf, in wie weit man selber einen persönlichen Bezug dazu hat. Trotz allen Bedauerns um den Verlust von U.S. (den Namen werde ich natürlich nicht ausschreiben) hätte ich den Eintrag, vermutlich ohne jeden Widerspruch, geschrieben, wäre es ein „Unbekannter“ gewesen. Bei jenen, die jetzt trotzdem weiterlesen entschuldige ich mich sicherheitshalber.]
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Der Vergessene

Der Vollständigkeit halber gebe ich hier eine Besprechung eines Buches kund, das ich nur empfehlen kann:

Angriff von Rechtaußen

„Der Einstieg von Red Bull [beim SSV Markranstädt] wird gravierende Auswirkungen auf den Fußballsport haben. Für die Traditionsvereine wird es in Zukunft jedenfalls nicht leichter werden. Wir werben dafür, daß es auch künftig nicht nur durchkommerzialiserten Retorten-Fußball gibt, bei dem die Fans nur noch zu einer identitätslosen Masse von Konsumenten degradiert werden.“
„Auch die Kritik der Fans an der Kommerzialisierung des Fußballs passt gut mit unserer Globalisierungskritik zusammen.“

Das klingt doch, als könne man es problemlos unterschreiben. Stammte es nicht gerade von Holger Apfel, dem Fraktions- und Landesvorsitzenden der NPD in Sachsen. (Beide Zitate habe ich unwesentlich gekürzt. Aber der Sinn und selbst die Rechtschreibfehler sind erhalten geblieben.)
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Zum Abschuss freigegeben?

Da auch ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass das aktuelle (zum Glück nur) Ausweichtrikot der Frankfurter Eintracht fatal an eine Zielscheibe erinnert

halte ich es für, wolln mal sagen, etwas unglücklich, wenn der offizielle Fanshop folgendes Produkt besonders exponiert bewirbt:

Spieltagsausblick

Im Fan-Forum der Frankfurter Eintracht habe ich folgenden Eintrag in Hinblick auf das Spiel gegen St. Pauli gefunden:

Habe eben das komplette Interview zum Spiel gg St. Pauli gehört und dort sprach Armin Veh davon, dass er die Auswechselbank tauschen wird. Die Mannschaft sich also von der Gegentribüne aus gesehen rechts befinden wird.

QUELLE: Liga1.tv

Das ist ja mal schwer trickreich. Ich denke, unsere Gäste aus Hamburg werden in diesem Spiel keine Chance haben, wenn sie sich 90 Minuten lang fragen müssen, welche Bank jetzt eigentlich welche ist.
Weiters ist das Auswechseln der Auswechselbank nur konsequent, war sie doch maßgeblich am Abstieg mitbeteiligt.
Und schließlich können wir die entstehende Verwirrung ausnutzen, um ungeliebte Spieler heimlich auf die Bank des Gegners abzuschieben. Also, liebe Kiezkicker: Nicht wundern, wenn ihr mit mehr Spielern zurückkommt als ihr mitgebracht hattet.