Ach, was muß man oft von bösen
Kindern hören oder lesen!!
Wie zum Beispiel hier von diesen,
Welche Ult und Tra gehießen:
Einem aktuellen multimedialem Hype entnehme ich, dass der Besuch von Fußballspielen ob der dortselbst eskalierenden Gewalt ein nicht zu unterschätzendes Risko für Leib & Leben darstellt.
Nun kann ich dieses nach mehrhundertfachen Stadionbesuchen nur bedingt verifizieren. Gleichwohl bin ich aber lernfähig.
Insbesondere eingängig werden mir immer mehr folgende Argumentationsansätze:
- Größere, unkontrollierte Menschenmassen stellen per se ein Problem dar
- Stehplätze verschärfen dieses Problem
- Auswärtsfans wiederum sind ein Problem für sich
- Und überhaupt: Alkohol
Je länger ich darüber nachdenke, umso mehr muss ich fortschrittlichen und friedensbewussten Organisationen wie „Bild“, „DfB“, „ARD“, „ZDF“, „RTL“, „Sat1“ und den ihnen angeschlossenen „Experten“, von denen jeder einzelne mindestens ein Stadion schon mal von außen gesehen oder zumindest davon gehört hat Recht geben: Nur drakonische Maßnahmen können das Abendland im Allgemeinen und den Fußballsport im Speziellen retten.
Aber, erhebt sich das mahnende Wort, müssen wir nicht viel globaler denken? Und auch Nichtfußballfans vor anderen Nichtfußballfans allumfassend in Schutz nehmen? Darum mein Rat:
- Stehplatzverbot!
- Alkoholverbot!
- Auswärtsfanverbot!
- Personalisierte Eintrittskarten!
- Umlegung der Kosten für Krankenwagen- und Polizeieinsätze auf die Eintrittspreise!
Und das ganze bitteschön auf einer Veranstaltung, die alljährlich mehr Verletzte, Komatöse und Verhaftete nach sich zieht, als die Spiele aller Profiligen zusammengenommen:
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Einige Leute denken, Fußball sei eine Sache auf Leben und Tod. Ich mag diese Haltung nicht. Ich kann denen versichern, dass es viel ernster ist als das.
lautet das sicherlich bekannteste Zitat von Bill Shankly (Liverpool F.C. – 1973).
Und ein Redakteur des VfL Bochum hatte dieses wohl gründlich verinnerlicht, als in Nachbetragung der Niederlage gegen Eintracht Frankfurt folgendes in den Spielbericht auf der Vereinswebsite schrieb:
Vor dem Kasten macht die Eintracht derzeit keine Gefangenen.
Die Zeiten scheinen härter zu werden.
[Vorwort: Ich bin mehrfach gebeten worden, den unter dieser Überschrift stehenden Eintrag zu löschen, da der erwähnte Tote ein Bekannter und/oder Freund von uns war. Die Entscheidung, von einer Löschung dennoch abzusehen ist mir sicher nicht leicht gefallen. Jeden, der mir deswegen Pietät- oder Geschmacklosigkeit vorwirft, kann ich verstehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine Äußerung, auch eine solche am Rande des Erträglichen, nicht davon abhängen darf, in wie weit man selber einen persönlichen Bezug dazu hat. Trotz allen Bedauerns um den Verlust von U.S. (den Namen werde ich natürlich nicht ausschreiben) hätte ich den Eintrag, vermutlich ohne jeden Widerspruch, geschrieben, wäre es ein „Unbekannter“ gewesen. Bei jenen, die jetzt trotzdem weiterlesen entschuldige ich mich sicherheitshalber.]
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Der Vollständigkeit halber gebe ich hier eine Besprechung eines Buches kund, das ich nur empfehlen kann:
Angriff von Rechtaußen
„Der Einstieg von Red Bull [beim SSV Markranstädt] wird gravierende Auswirkungen auf den Fußballsport haben. Für die Traditionsvereine wird es in Zukunft jedenfalls nicht leichter werden. Wir werben dafür, daß es auch künftig nicht nur durchkommerzialiserten Retorten-Fußball gibt, bei dem die Fans nur noch zu einer identitätslosen Masse von Konsumenten degradiert werden.“
„Auch die Kritik der Fans an der Kommerzialisierung des Fußballs passt gut mit unserer Globalisierungskritik zusammen.“
Das klingt doch, als könne man es problemlos unterschreiben. Stammte es nicht gerade von Holger Apfel, dem Fraktions- und Landesvorsitzenden der NPD in Sachsen. (Beide Zitate habe ich unwesentlich gekürzt. Aber der Sinn und selbst die Rechtschreibfehler sind erhalten geblieben.)
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Da auch ich mich nicht des Eindrucks erwehren kann, dass das aktuelle (zum Glück nur) Ausweichtrikot der Frankfurter Eintracht fatal an eine Zielscheibe erinnert

halte ich es für, wolln mal sagen, etwas unglücklich, wenn der offizielle Fanshop folgendes Produkt besonders exponiert bewirbt:
