Gesichtserkennung bei Facebook: Ilse Aigner reicht Beschwerde ein
steht da heute morgen bei Heise zu lesen. Und noch während des erstens Kaffees erhebt sich in mir die Frage, wovor die gute Frau denn nun Angst haben mag? Ihr Gesicht würde doch ohnedies niemand erkennen. Warum denn auch?
Es ist ja nun seit längerer Zeit gängige Praxis einiger Sender, ihren Programmplan dadurch zu füllen, dass auf einen vermeintlichen Straßenfeger der Marke Ein Komet schlägt ein – und dann doch nicht oder Eine Riesenwelle vernichtet alles – fast eine populärwissenschaftliche Dokumentation der Marke Ob das tatsächlich passieren könnte folgt. Üblicherweise mit der konkreten Konklusion Ja und Nein.
Am 21.10.2011 konnte diese Unsitte von ausgerechnet SAT1 durchbrochen werden. Für den nämlichen Tag besagt das Programm nämlich:
- 20:15 Harry Potter und der Orden des Phönix
- 23:00 Darüber lacht die Welt
Ich halte dieses für durchaus innovativ und folgerichtig begrüßenswert.
Wenn wir folgende Äußerung verinnerlichen
Wir beeilen uns nicht – Wir simsen, dass wir später kommen
Wir denken nicht – Wir googeln
Wir sagen unsere Meinung nicht – Wir posten sie
wären das meine Paradeargumente gegen modischen Unfug wie Smartphones und (Anti)Social Communities.
Tatsächlich ist es aber die Off-Stimme aus dem Fernsehwerbespot eines Mobilfunkanbieters.
Da stellt sich doch die bekannte Bloch’sche Frage nach dem halben Glas:
- Halb voll: Die Werbeagenturen entwickeln Sinn für Humor
- Halb leer: Die Kunden sind wirklich so bescheuert
Da nun aber seit einigen Tagen der Erfinder halbrunder Geräte mit Knebelverträgen ob seines Ablebens für ein Genie gehalten wird, Facebook, StudiVZ und Wer-kennt-wen eine größere Rolle spielen als früher Heroin und selbst ich Blogeinträge schreibe, denke ich, dass es viel ernster ist als das [Bill Shankly].
[Vorwort: Ich bin mehrfach gebeten worden, den unter dieser Überschrift stehenden Eintrag zu löschen, da der erwähnte Tote ein Bekannter und/oder Freund von uns war. Die Entscheidung, von einer Löschung dennoch abzusehen ist mir sicher nicht leicht gefallen. Jeden, der mir deswegen Pietät- oder Geschmacklosigkeit vorwirft, kann ich verstehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass eine Äußerung, auch eine solche am Rande des Erträglichen, nicht davon abhängen darf, in wie weit man selber einen persönlichen Bezug dazu hat. Trotz allen Bedauerns um den Verlust von U.S. (den Namen werde ich natürlich nicht ausschreiben) hätte ich den Eintrag, vermutlich ohne jeden Widerspruch, geschrieben, wäre es ein „Unbekannter“ gewesen. Bei jenen, die jetzt trotzdem weiterlesen entschuldige ich mich sicherheitshalber.]
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Es war in den letzten Tagen nicht gerade einfach, dem Nine-Eleven-Hype auszuweichen. Insbesondere am gestrigen Sonntag half nur noch Fernseher aus lassen. Irgendwann nach 18 Uhr hatte es mich dann allerdings doch ereilt. Kurioserweise beim Betrachten der Sportschau (sic!) im Ersten. Reichlich unmotiviert wurde auch dort das vermeintliche Thema des Tages in die Berichterstattung über ein Tennisturnier eingestreut. Allerdings nicht ohne unerwarteten Unterhaltungswert.
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